Headcoach Zollner im Interview

Ein Sieg gegen Georgien lässt auf die zweite Qualifikationsphase hoffen

Matthias Zollner ist seit Oktober 2017 Headcoach der österreichischen Herren-Nationalmannschaft. Der 36-jährige steht im „FIBA World Cup Qualifier“ als Hauptverantwortlicher an der Seitenlinie. Das Auswärtsspiel gegen Serbien und Heimspiel gegen Deutschland waren die ersten Härtetests. Leider setzte es in beiden Spielen klare Niederlagen für Österreich. Im zweiten FIBA-Window stehen mit den Heimspielen gegen Georgien und Serbien zwei wichtige Spiele bevor. In einem kurzen Interview spricht Zollner über die kommenden Spiele, die Chancen auf die zweite Qualifikationsrunde und einen möglichen Einsatz von Jakob Pöltl im 3.FIBA-Window im Juni.

Sie sind seit Oktober Headcoach des Herren-Nationalteams. Zwei Spiele (Serbien und Deutschland) liegen schon hinter uns. Wie ist ihr „first Recap“ nach dem 1. FIBA-Window?

Natürlich sind wir mit den Ergebnissen unter dem Strich nicht zufrieden. Mit der Bereitschaft der Spieler auch während der Saison für die Nationalmannschaft zur Verfügung zu stehen und dem Einsatz und Engagement hingegen sehr.

Was möchten Sie mit dem Nationalteam erreichen? Was sind die Ziele über die Quali hinaus?

Grundsätzlich sehe ich im österreichischen Nationalteam großes Potential. Die Spieler zeigen in ihren Clubs jede Woche tolle Leistungen. Wenn es uns gelingt das Trainings- & Spielniveau dauerhaft auf das nächste Level zu heben und das Umfeld weiter zu professionalisieren, glaube ich, dass eine Qualifikation zu einem großen Turnier (EM) möglich ist.

Die beiden letzten Spiele waren vom Resultat her eher enttäuschend. Woran hat es gelegen und was muss sich ändern, um in den kommenden Spielen zu bestehen?

Ich sehe mich bestätigt, dass der „neue“ Modus, in dem die Qualifikationen seit dieser Saison ausgetragen werden, eher zum Nachteil für die „kleinen“ Basketball-Nationen ist. Wir müssen sehen wie wir uns im Vergleich zu den führenden Ländern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Das kann z.B. bedeuten: in der ABL länger zu pausieren (wie z.B. in Georgien), um eine bessere Vorbereitung zu haben, den langfristigen und kontinuierlichen Aufbau einer Mannschaft mit zusätzlichen Trainings- „Windows“, die ganzjährige Betreuung der Spieler in Kooperation mit den Vereinen und/oder gravierende strukturelle Verbesserungen in der Nachwuchsarbeit. Jedenfalls müssen wir in Österreich eine Diskussion starten was wir gemeinsam tun können um den Anschluss nicht zu verlieren. Denn eines muss klar sein: fehlende „High Level Competition“ der Nationalspieler, die nicht in europäischen Spitzenclubs spielen, kann in diesem Window-System nicht wie in der Vergangenheit durch eine gute & lange Vorbereitung im Sommer wettgemacht werden.

Aufgrund des durch die FIBA vorgegebenen Rhythmus ist die Vorbereitungszeit für die Spiele extrem kurz. Wie bereiten Sie ihr Team in so einem kurzen Zeitraum vor? Worauf liegt der Fokus?

Wie schon eben gesagt: Wir müssen schauen, dass wir mit den Spielern über den Zeitraum der ganzen Saison arbeiten - natürlich in Kooperation mit den Clubs. In den 2-3 Tagen Vorbereitung geht es dann im Prinzip lediglich um taktische Dinge in Offense und Defense und die bestmögliche Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner.

Was sind ihre Erwartungen und Ziele für die kommenden zwei Spiele?

Wir wollen uns deutlich besser präsentieren als im ersten Fenster. Nachdem wir keinerlei Einfluss auf die Aufstellung unserer Gegner haben, konzentrieren wir uns auf unsere Leistung und Entwicklung. Ich denke, wenn wir es schaffen etwas besser zu spielen als im ersten Spiel in Serbien werden wir gegen Georgien (immerhin EM-Teilnehmer) eine Siegchance bekommen. Wenn wir dieses Spiel positiv gestalten können, können wir dann am Sonntag gegen Serbien befreit spielen und wollen uns gegen den haushohen Favoriten gut verkaufen.

Kleiner Vorausblick für die Juni-Spiele: Weiß man schon, ob Jakob Pöltl dem österreichischen Nationalteam für die Spiele gegen Deutschland und Georgien zur Verfügung stehen wird?

Jakob hat mir sein grundsätzliches Interesse, seine Heimat auf dem Feld zu vertreten, schon telefonisch mitgeteilt. Allerdings hängt seine Teilnahme von so vielen Faktoren ab, dass wir heute dazu noch keine Prognose abgeben können.

Und wie stehen Österreichs Chancen für den Aufstieg in die nächste Qualifikationsphase?

Es hängt viel von dem Spiel gegen Georgien ab. Wenn es uns gelingt zu gewinnen stehen unsere Chancen nicht schlecht.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Übernehmen Sie nächste Saison wieder ein Team bzw. was sind die nächsten Meilensteine ihrer Coaching-Karriere?

Was meine sportliche Zukunft betrifft gibt es derzeit noch keine Entscheidung. Mir liegt die Entwicklung des österreichischen Basketballs prinzipiell sehr am Herzen, daher konzentriere ich mich aktuell auf diese Aufgabe.

 

Foto: GEPA

 

ALLE ARTIKEL

BASKET FLAMES streben Meistertitel an

Meisterschaftsstart am 6.10 gegen Vienna D.C. Timberwolves

MEHR

Danube Future Stars hinterlassen guten Eindruck bei EYBL

Guter Einstand trotz Niederlagen in Pardubice

MEHR

Trainerfortbildung der BSO

Thema " Emotionen von SportlerInnen erkennen, verstehen und beeinflussen"

MEHR